Gedanken zur Gewichtsreduktion ...
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Es entspricht unserem derzeitigen Schönheitsideal, schlank zu sein. Daher stellen wir uns auch vor, dass Schlanksein gesund und erstrebenswert ist. Ganz so sicher und medizinisch unbestritten ist dies allerdings nicht. Wohl gibt es eindeutige Zusammenhänge sowohl zwischen Übergewicht und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), als auch zwischen Übergewicht und erhöhtem Blutdruck. Aber es gibt auch Untersuchungen, die zeigen, dass eine ständige leichte(!) Gewichtszunahme nicht nur normal ist, sondern sehr wahrscheinlich auch zumindest NICHT ungesund ist. Wie immer im Leben scheint es auch hier auf das Maß der Dinge anzukommen: eindeutiges Übergewicht ist also sicherlich ungesund, ein "bisschen Speck" entspricht halt bloß nicht unserem ästhetischen Empfinden.
Außerdem hat es die Natur so vorgesehen, dass Frauen im Wechsel normalerweise 10-15 kg an Gewicht zunehmen. Wenn man das nicht möchte, muss man ganz schön an sich arbeiten. Dazu möchte ich nun mit Ihnen einige Überlegungen anstellen.
Selbstverständlich ist es aber wesentlich weniger mühsam, Gewichtszunahme zu verhindern, als bei vollendeten Tatsachen eine Gewichtsreduktion herbeizuführen.
Zur Berechnung des richtigen Gewichtes verwendet man den Body-Mass-Index (BMI). Dieser wird folgendermaßen berechnet: Körpergewicht in kg dividiert durch Körpergröße in Metern zum Quadrat (kg/m2). Unterwicht: BMI unter 18 Normalgewicht: BMI 18 - 26.9 zur Vereinfachung eine Tabelle Übergewicht: BMI über 27
DREI THESEN,die man sich merken soll, denn ABNEHMEN GELINGT NUR:
wenn man gewohnt ist, sehr viel zu essen, wird das "Futter" im Verhältnis zu "Wenigessern" schlechter "verwertet". Die Rate der Energieausbeute scheint davon abhängig zu sein, ob man gewohnt ist viel oder wenig zu essen. Einfacher ausgedrückt: Eine bestimmte Essensmenge kann je nach Situation mehr oder weniger „anschlagen“. Das erklärt auch, warum manche Menschen trotz extremer Reduktionsdiät nicht (leicht) abnehmen können.
ÜBERGEWICHTist immer ein Missverhältnis zwischen Aufnahme und Verbrauch, wobei der Verbrauch auch von der Genetik (Vererbung) und den Hormonen abhängt. Vermehrte Aufnahme: Tradition, Erziehung (Essen, was am Teller ist), Genetik, Frust, Depression, Selbstbelohnung, Selbstbestrafung(!), sozial (Abendeinladungen), Alkohol (!) Verminderter Verbrauch: hormonell, Alter, Klimakterium, weniger körperliche Belastung (Pension)
14 BESONDERS WIRKSAME VERHALTENSREGELN
1. Essen Sie nicht, bis Sie "satt", sondern nur, bis Sie "nicht mehr hungrig" sind. 2. Essen Sie langsam mit längeren Pausen dazwischen: Der Magen braucht bis zum Sättigungsgefühl 20 Min. 3. Der Magen braucht 3 Tage, um weniger Nahrungszufuhr nicht als Hunger zu deuten, das Hungergefühl vergeht nach einigen Tagen. 4. Keine künstlichen Süßstoffe verwenden. Durch Täuschung des Organismus kommt es zu einer vermehrten Insulinausschüttung, die mangels vorhandenen Zuckers zu einer Unterzuckerung des Blutes und zu großem Hungergefühl führt. 5. Achten Sie auf Zwischenmahlzeiten (Bonbons, Wurstsemmel, Kosten beim Kochen...) Dabei werden oftmals beträchtliche Kalorienmengen aufgenommen. 6. KEIN Alkohol, er führt große Kalorienmengen zu, die sich jedoch (als leere Kalorien) nicht bremsend auf das Hungergefühl auswirken. 7. Versuchen Sie nicht, sich durch Essen zu belohnen. Stattdessen vergeben Sie z.B. für sich Punkte für Kino, Kleidung, Reisen, oder was auch immer Spaß macht. 8. Notieren Sie alles, was in den Mund kommt. Sie werden sich wundern, worauf man im Laufe eines Tages alles vergisst. 9. Trinken Sie reichlich: Früchtetee, Schwarztee, Grüntee, Kaffee ohne Zucker, ohne Süßstoff, Wasser, Mineralwasser (wirkt gut gegen Hungergefühl), KEINE Limonaden oder Fruchtsäfte (weil zuviel Zucker). 10. Essen Sie Obst nur in Maßen, va. keine Weintrauben, Orangen, Mandarinen... am ehesten Äpfel (1-2 tgl., oder 6 tgl. ohne weitere Nahrungsaufnahme an diesem Tag). 11. Steigen Sie täglich zur selben Zeit (nach Stuhlgang) auf die Waage (mit 100g-Skalenunterteilung). 100g Gewichtsverlust je Tag ist völlig ausreichend. 12. Vorsicht bei Vitaminpräparaten (Vit. B), sie steigern den Appetit und können zu Heißhunger führen. 13. Essen Sie NICHT nach 17:00 Uhr. 14. Machen Sie KEINE einseitigen Diäten (CRASH-DIÄT), sie wirken nur sehr kurzfristig, ein Langzeiterfolg stellt sich so gut wie nie ein. VORSCHLÄGE FÜR EINEN DIÄTPLANFrühstück: 50-100 g rohes biologisches Sauerkraut (ohne Konservierungsmittel(!), füllt den Magen, enthält Vitamine), 1 Scheibe Brot + Tee, Kaffee Vormittag: Tee oder Kaffee Mittagessen: in NORMALER ( NICHT übermäßiger) Menge Nachmittags: Tee oder Kaffee, keine Mehlspeisen Abends: Tomaten, Zwiebel, Käse, Topfen, Cottagecheese, Paprika, Radieschen, Joghurtdressing oder 1 Löffel Dressing aus Majonaise, nur 1 Scheibe Brot, Mineralwasser; wenn weiterhin hungrig 1 Magnosolv®-Brause Beim Fernsehen: Mineralwasser! Kein Knabberzeug, kein Alkohol! Nachts: 1 Essiggurke, eingelegte Kapern, eingelegte Paprika oder 1 Banane Bei Sodbrennen Basenpulver (aus der Apotheke, ½ Kaffeelöffel in ½ Glas Wasser aufgelöst) Keine Entwässerungsmittel (Brennnesseltee, Apfeltage, Reistage...) ERLAUBT pro Tag: 1 Seidel Bier ODER 1 Glas Sekt ODER 1/8 Wein, NICHT MEHR!
In ausgewählten Fällen kommt nach entsprechender Hormonanalytik eine hormonell unterstützte Gewichtsreduktion (z.B. Cura Romana) infrage.
Viel Erfolg! © Dr. Lingard, WienAugust 2005 |